Generation Gorbatschow

Heute vor vier Jahren starb Michail Sergejewitsch Gorbatschow – der Mann, dem wir Ostdeutschen die Freiheit verdanken. Nicht nur hat er uns von der Kandare des Kreml befreit. Er hat auch viele lokale Kulturfunktionäre für Glasnost und Perestroika erwärmt.


Davon hat unsere kleine Tanzformation enorm profitiert, denn uns und ähnliche Bands aus dem alternativen Spektrum zu buchen, war für viele Klubleiter ein politisches Statement. Und auch das Publikum war reif für die Veränderung. Die verpeilten Greise im Politbüro waren es nicht. Am Ende trugen wir unseren Punk in die heiligen Hallen ihrer Parteitage, und unsere Fans tanzten auf der Mauerkrone am Brandenburger Tor.


Ich verstehe, warum viele Russen Gorbatschow nicht mehr mögen, aber für mich war er eine Lichtgestalt. Als man seine irdische Hülle neben seiner wunderbaren Frau Raissa in den Moskauer Boden senkte, bezeugte kein einziger namhafter deutscher Politiker seine Ehrerbietung. Das Dominanz-Milieu am Spreebogen liebt es, anderen Völkern Moral zu predigen. Doch selbst hat es nicht eine Unze Dankbarkeit im Leib.


Wir sind die Generation Gorbatschow. Wir haben Europa verändert. Wir können es wieder tun. 




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