Der Preis der Preise
Zur Freiheit kommt man in Kummerland nicht mehr über die Hauptstraße. Sie ist nur noch auf verschlungenen Pfaden zu erreichen. Anders als die Radau-Tüte Inge Krawalltschik behauptet, haben wir standhaften Ostler keinen Freiheitsschock, sondern ein Déjà-vu: “Wir kennen die Weise, wir kennen den Text, wir verachten die Herren Verfasser; wir wissen, sie trinken heimlich Wein und predigten öffentlich Wasser” (Heinrich Heine, remixed). Wer aber heute in die Kerbe der herrschenden Klasse schlägt, könnte es dank Internet besser wissen als die Bewohner des Tals der Ahnungslosen. Literatur-, Film- und Journalistenpreise sind in der Bimbesrepublik Beuteschland seit mindestens 15 Jahren weitgehend Kontraindikatoren. Das Lametta markiert Kompatibilität zum Zeitgeist. Wer es erhält, ist allerdings oft auf das Preisgeld angewiesen; vielleicht kalkuliert er sogar damit. Aber es ist kein Zeichen unternehmerischer Begabung (und künstlerischer Wirksamkeit), im hohen Alter auf Stipendien angewiesen zu se...