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Generation Gorbatschow

Heute vor vier Jahren starb Michail Sergejewitsch Gorbatschow – der Mann, dem wir Ostdeutschen die Freiheit verdanken. Nicht nur hat er uns von der Kandare des Kreml befreit. Er hat auch viele lokale Kulturfunktionäre für Glasnost und Perestroika erwärmt. Davon hat unsere kleine Tanzformation enorm profitiert, denn uns und ähnliche Bands aus dem alternativen Spektrum zu buchen, war für viele Klubleiter ein politisches Statement. Und auch das Publikum war reif für die Veränderung. Die verpeilten Greise im Politbüro waren es nicht. Am Ende trugen wir unseren Punk in die heiligen Hallen ihrer Parteitage, und unsere Fans tanzten auf der Mauerkrone am Brandenburger Tor. Ich verstehe, warum viele Russen Gorbatschow nicht mehr mögen, aber für mich war er eine Lichtgestalt. Als man seine irdische Hülle neben seiner wunderbaren Frau Raissa in den Moskauer Boden senkte, bezeugte kein einziger namhafter deutscher Politiker seine Ehrerbietung. Das Dominanz-Milieu am Spreebogen liebt es, anderen Vö...

Die schwarzen Teufel von RFT

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  DIE SCHWARZEN TEUFEL VON RFT UND IHRE HIMMLISCHEN BRÜDER (Angaben ohne Gewähr, bin Laie. Toster mit Claude, ChatGPT und Grok) Wenn du in der DDR Anfang der 80er in einer Band gespielt hast und kein Westgeld hattest, dann kanntest du es wahrscheinlich: das RFT DM 2413M, im Jargon oft „schwarzer Teufel“ genannt. Ein kleines dynamisches Tischmikrofon aus Plastik, mit festem Kabel und 3-poligem DIN-Stecker. Gebaut für Kassettenrecorder, Tonbandgeräte und andere einfache Audioanwendungen – nicht als professionelles Gesangsmikrofon für Bühne oder Proberaum. 🔸 Was das DM 2413M war – und was nicht Technische Eckdaten: • Typ: dynamisches Tauchspulenmikrofon • Impedanz: mittelohmig („M“), ausgelegt für Eingänge um etwa 5 kΩ • Frequenzbereich: ca. 50 Hz–15 kHz • Anschluss: festes Kabel mit 3-poligem DIN-Stecker • Bauform: Kunststoffgehäuse auf kleinem Tischstativ, neigbarer Mikrofonkopf • Richtwirkung: gerichtet, annähernd nierenförmig Das DM 2413M war also keineswe...

Antwort auf den Kommentar von C. Butters zu "andertalk" 25b

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  Hallo Herr Butters, danke für Ihre ausführliche Rezension. Ich will hier abschnittsweise darauf eingehen, weil mir die Kommentarsektion auf Facebook zu fitzelig ist. Danke für das Gespräch, auch wenn es aus meiner Sicht eine verschenkte Chance war, ein substanziell interessantes und tief gehendes Interview mit der spannenden Musikerin und ihrer Geschichte-auch und gerade als seltene Frau in dieser DDR-Welt, wie auch mehrfach von den Hosts erwähnt wird - zu führen. Tut mir leid, dass Sie das Gespräch als verschenkte Chance sehen - vielleicht haben Sie den ersten Teil nicht gehört? Stattdessen hat man den Eindruck, die Hosts reden mehr als der Gast und sie wissen sowieso schon alles. Warum nicht tiefer gehend befragen, wie sie Musikerin wurde, wie sie in die Szene kam, wie es zur Bandgründung kam, wieso sie als Frau in die Band rückte bzw wie die Bandgründung ablief, wie die Proberaum-Situation war, Produktion, Auftritte usw....und auch wie ihr Leben nach der Wende bis hin zur Prof...

Abzocke, Blasen-Hoax und Machtreflex

  Abzocke, Blasen-Hoax und Machtreflex Ein Text von Ralf Müller-Terpitz und Eva Flecken fordert die Ausweitung des Medienkonzentrationsrechts auf große Digitalplattformen. Die Autoren wollen algorithmische Privilegien für journalistische Inhalte und, falls das nicht reicht, eine „medienrechtliche Digitalabgabe“. Begründet wird das mit Meinungsvielfalt und der Gefahr von Filterblasen. https://archive.is/XDQIK Die Begründung ist dünn. Die Filterblasen-These – Algorithmen erzeugen systematisch isolierte Selbstbestätigungswelten – hält empirischer Prüfung kaum stand. Große Feldstudien zu Facebook, Instagram, YouTube und X zeigen: “Like-minded Content” ist verbreitet, extreme Isolation aber selten. Experimentelle Eingriffe in den Feed ändern Polarisierung und Einstellungen kaum messbar. Wer aktiv sucht und kommentiert, stößt auf mehr Gegenmeinungen als früher. Das bestätigt die Alltagserfahrung vieler Nutzer seit 2017. Die Behauptung, Plattformen erzeugten permanente Selbstbestätigung, ...

Die Zukunft des Pop-Geschäfts (II), 2026er Version

  Die Zukunft des Pop-Geschäfts (II), 2026 Von Mark Modsen Erster Teil der Geschichte von 2012 Spoiler: Es ist kein Geschäft mehr. Im Jahr 2012 roch die Zukunft nach Smellfire Clocktastic. Heute riecht sie nach heiß gelaufenen nVidia-Chips und Trafo-Öl. Der Endgegner hat einen gewaltigen Strombedarf. In der Vorzeit brauchte man ein (Home-) Studio, anständige Mikrofone, gute Wandler, einen kräftigen Rechner, einen Haufen Software und Skills, aus Ideen ein Werk zu zaubern. Heute reicht ein Browser, ein Aldi-Laptop, ein guter Kaffee, ein pfiffiger Prompt, und schon strömt vom Server ein Track, der „amtlich“ klingt.  Auf der Konsumentenseite ist Musik schon seit Napster billig. Der letzte Schritt ist, dass nun auch das Produzieren superbillig wird. Erst haben Filesharing und Streaming die Musik entwertet. Nun hat die KI die Herstellung inflationiert. Ein Musiker alter Schule befindet sich in der Situation eines Tischlers, der eine teuer eingerichtete Werkstatt mit seiner Berufserf...

DDR-Bahnhof Friedrichstraße – Stargate für Devisenbesitzer

  Bahnhof Friedrichstraße – Stargate für Devisenbesitzer Berlin, Hauptstadt der Deutschen Demokratischen Republik, war ein Ort dunkler Mythen und Geheimnisse. Berlin, Hauptstadt der BRD, ist nicht einmal mehr eine Stadt der Deutschen. Wenn es einen Ort gab, an dem sich der Wahnsinn des Kalten Krieges wie unter einem Brennglas bündelte, dann war das der Bahnhof Friedrichstraße. Er war nicht nur ein Bahnhof. Er war eine Schleuse zwischen zwei Welten, ein Stargate für Devisenbesitzer. Wer mit den richtigen Papieren hineinging, landete wenige Minuten später in einer anderen Dimension. Dieselbe Stadt, gleiche Sprache, vertraute Straßennamen. Doch harte Währung statt Aluchips, volle Musikläden, bunte Magazine, verwirrende Geräusche, orientalische Gerüche. Nicht nur politisch, sondern auch haptisch und olfaktorisch eine andere Welt – nur einen Pistolenschuss entfernt. Der Witz war, dass der Grenzbahnhof gar nicht an der Grenze lag. Er befand sich hunderte Meter entfernt im Stadtbezirk...

Danger Dan & Igor Levit: Gesungenes Indymedia-Pamphlet

  Gesungenes Indymedia-Pamphlet Toster mit Claude.AI und Gemini Das ZDF hat Danger Dan und Igor Levit ausgeladen, angeblich wegen eines musikalischen Gewaltaufrufs. Journalisten-Gewerkschaften erklären nun, allein die Redaktion entscheide über den Inhalt, die Einmischung der Geschäftsleistung sei unzulässig. Wer aber je in einem öffentlich-rechtlichen Sender gearbeitet hat, weiß, wie groß die Lücke zwischen diesem Ideal und der Praxis sein kann. Kurz vor der Aufzeichnung der 100. Ausgabe von Die Anstalt strich das ZDF den gemeinsamen Auftritt von Danger Dan und Igor Levit. Offiziell, weil der neue Song Keine Angst als Aufruf zu Gewalt verstanden werden könne. Der Sender blieb dabei erstaunlich vage. Keine Zeile, kein Zitat, keine öffentliche Begründung, nur der Verweis auf eine intensive redaktionelle Bewertung unter Einbindung der Geschäftsleitung. Das genügte, um Danger Dan und Igor Levit ein griffiges Opfernarrativ zu liefern: Zensur, Eingriff in die Kunstfreiheit, Kotau vo...