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Der Preis der Preise

Zur Freiheit kommt man in Kummerland nicht mehr über die Hauptstraße. Sie ist nur noch auf verschlungenen Pfaden zu erreichen. Anders als die Radau-Tüte Inge Krawalltschik behauptet, haben wir standhaften Ostler keinen Freiheitsschock, sondern ein Déjà-vu: “Wir kennen die Weise, wir kennen den Text, wir verachten die Herren Verfasser; wir wissen, sie trinken heimlich Wein und predigten öffentlich Wasser” (Heinrich Heine, remixed). Wer aber heute in die Kerbe der herrschenden Klasse schlägt, könnte es dank Internet besser wissen als die Bewohner des Tals der Ahnungslosen. Literatur-, Film- und Journalistenpreise sind in der Bimbesrepublik Beuteschland seit mindestens 15 Jahren weitgehend Kontraindikatoren. Das Lametta markiert Kompatibilität zum Zeitgeist. Wer es erhält, ist allerdings oft auf das Preisgeld angewiesen; vielleicht kalkuliert er sogar damit. Aber es ist kein Zeichen unternehmerischer Begabung (und künstlerischer Wirksamkeit), im hohen Alter auf Stipendien angewiesen zu se...

Pressemitteilung die anderen – “The Lapu-Lapu Tapes”

  Pressemitteilung die anderen – “The Lapu-Lapu Tapes” VÖ 26.10.2025 Sie haben in der Gorbatschow-Ära der alternativem Musikszene ihren Stempel aufgedrückt: die anderen aus der Hauptstadt der DDR brachten die Verhältnisse zum Tanzen. Mit ihrer Mischung aus Ska, Punk, Jazz, Rock und Reggae heizten sie erst in kleinen Klubs und schließlich in großen Hallen die Stimmung bis zum Siedepunkt auf. Ihre selbst produzierten Kassetten zirkulierten im Land, kürzlich wurden sie auf Vinyl wiederveröffentlicht. Aber das Repertoire der Berliner war mindestens doppelt so umfangreich wie auf den Kassetten “Berlin Radio” und “Global Minded” veröffentlicht. Verschiedene Live-Mitschnitte und Demos landeten schließlich im philippinischen Lapu-Lapu, Heimat des fünften, ausgewanderten Trommlers (von insgesamt acht) der Band. Jaye Muller betreibt dort ein Studio, betätigte sich als Produzent und Veranstalter, Gastronom und Talentscout. Neun Tracks aus der Spätphase der 1980er Jahre hat der King of Knobs ...

Impressum/Imprint

Impressum für alle Online-Präsenzen der Band "die anderen" Jaye Muller Arterra Residences Cebu 6015 Punta Engaño, Lapu Lapu City Kontakt Telefon: +636096758192 E-Mail: band.die.anderen@gmail.com Redaktionell verantwortlich Jaye Muller Verbraucherstreitbeilegung/Universalschlichtungsstelle Wir sind nicht bereit oder verpflichtet, an Streitbeilegungsverfahren vor einer Verbraucherschlichtungsstelle teilzunehmen. Quelle: https://www.e-recht24.de/impressum-generator.html

From Assbook to Zyntoflak – The Future of the Pop Business

Modderpampe Sunday, March 25, 2012 From Assbook to Zyntoflak The Future of the Pop Business By Mark Modsen Gustav Schmittrich-Schlaffle—“Tavo” to his friends—fumbled for his phone and killed the smell alarm. His flatmates worked night shifts and couldn’t stand the way he used to wake himself with bone-rattling bass from the phone’s woofer. They had “upgraded” him with Smellfire Clocktastic from the Android Market. This morning the app released a pungent whiff of Oriental Pussy to match his morning wood. Half-asleep, Tavo reached down lazily. Even the dumbest goose knew musicians were losers these days. Groupies lived only in the zyntoflak-hazed stories of the old guard. Zyntoflak: cooked from toner and batteries, cheap as dirt, numbing as bread, heavy as lead. He rolled off his mattress and blinked on his implanted forehead cam. Stumbling into the corridor, he dropped himself onto the filthy communal toilet. His Assbook profile lit up—2,836 followers now had a direct stream of his bath...

FREITAGNACHMITTAG IN BERLIN

FREITAGNACHMITTAG IN BERLIN   Geschichte einer verhinderten Eskalation  Logbuch 29. August: Unfreiwillige Inspektion der kontaminierten Zone des Prenzlauer Bergs südlich der Mason-Dixon line (Schivelbeiner-, Wichert- Grellstraße), im Jahr 35 nach der trizonesischen Okkupation; nachmittags, Nieselregen. Ich verlasse das Frühstückscafé im Epizentrum der Hipsterfertiltät genervt, weil die Wirtin seit Tagen Raggamuffin-Gelaber aus einer klirrenden Alexa-Dose abspielt. Es war nach meiner zweiten Mahnung. Dass sich die dämliche Brut der S-Bahngeburten außerstande sieht, die Klotür hinter sich zu schließen, hatte ich bereits mit wiederholtem Türenschlagen quittiert. Der “Blaumilch-Kanal” kurz vor der Sektorengrenze zum Wedding ist noch geschlossen, das angrenzende Eckcafé liegt in der Auspuffwolke der Wochenend-Flüchtlinge aus Mitte (wahrscheinlich winken vegane Weinbergschnecken im Landhaus in der Uckermark). Also weiter Richtung Schönfließer Brücke, ein schmaler Gang über den Bahng...

Radio OFF

Fast meine gesamte Musikbildung verdanke ich den Westberliner Sendern der 1970er- und 80er-Jahre, denn für Platten fehlte mir das (West-)Geld: AFN, BFBS, SFB und RIAS. Was die nichtsnutzige "Stimme der BRD" (aka DLF) heute aus den heiligen Hallen an der Kufsteiner Straße funkt, ist Grund genug, die Artillerie zu bestellen. Es ist eine Affenschande, dass aus der „freien Stimme der freien Welt“ eine pseudolinke Indoktrinationsanstalt werden konnte – in der ohrenkundig die Patienten das Kommando führen. Ähnliches gilt für Radio Eins, das wohl von einer außerplanetarischen Spezies betrieben wird, so wenig hat ihr Geschnatter mit der Wirklichkeit von Arbeitern und Angestellten zu tun. Heute würde ich singen: „You switch OFF your radio“ – denn dieser Ätherjunk macht Tinnitus. Was über die Antenne schon schmerzhaft fiept, gerät im Internet vollends zur Kakophonie: Ohne den dort täglich bekämpften Alten Weißen Mann™ hätten die Maus-Malträteusen allerdings „weder Zeit noch Mittel, ja ...

Replik KUK die anderen Bands

OT: Es freut mich, dass mein “Angeber-Post” eine Diskussion ausgelöst hat und sich Kai-Uwe daran beteiligt. Deshalb gehe ich noch einmal detailliert darauf ein. KUK: Dass Bands sich für einzigartig halten, gehört wohl zur Überlebens-DNA. Geschenkt. Aber man sollte doch immer einen Dritten, einen ANDEREN finden, der die Blumen streut. Der alte Ostberliner Narzismus scheint nicht totzukriegen und füttert sich immer noch selbst.  OT: Unsere kleine Kapelle hat ja nicht überlebt – weil ich dafür gesorgt habe. Die Blumen haben tatsächlich viele Zeitgenossen in den zwei Heften zu unseren Vinyl-Alben vom Januar 2025 in einem Maße gestreut, dass ich beschloss, noch eine Ehrenrunde durch meine Restlaufzeit zu drehen. Es war um meine Überlebens-DNA nicht gut bestellt. Die eigene Einschätzung zur Bedeutung von “die anderen” hatte ich am 4. Juni 2025 auf unserer FB-Seite gepostet: “Meine musikalische Vergangenheit sehe ich nüchtern. Wir waren eine Klub-Band mit begrenzter Reichweite und beschrä...