FREITAGNACHMITTAG IN BERLIN Geschichte einer verhinderten Eskalation Logbuch 29. August: Unfreiwillige Inspektion der kontaminierten Zone des Prenzlauer Bergs südlich der Mason-Dixon line (Schivelbeiner-, Wichert- Grellstraße), im Jahr 35 nach der trizonesischen Okkupation; nachmittags, Nieselregen. Ich verlasse das Frühstückscafé im Epizentrum der Hipsterfertiltät genervt, weil die Wirtin seit Tagen Raggamuffin-Gelaber aus einer klirrenden Alexa-Dose abspielt. Es war nach meiner zweiten Mahnung. Dass sich die dämliche Brut der S-Bahngeburten außerstande sieht, die Klotür hinter sich zu schließen, hatte ich bereits mit wiederholtem Türenschlagen quittiert. Der “Blaumilch-Kanal” kurz vor der Sektorengrenze zum Wedding ist noch geschlossen, das angrenzende Eckcafé liegt in der Auspuffwolke der Wochenend-Flüchtlinge aus Mitte (wahrscheinlich winken vegane Weinbergschnecken im Landhaus in der Uckermark). Also weiter Richtung Schönfließer Brücke, ein schmaler Gang über den Bahng...