Lepsch for Frankie
Nachdem ich auf meinem privaten Profil eingestand, im Alter von acht Jahren Lieder von Schlagersänger Frank Schöbel gesungen zu haben, unterbietet der geschätzte Kollege Lepsch jetzt mein Kontaminierungsalter um zwei Jahre. Dazu ist seine Geschichte besser als meine, so dass ich sie hier unverändert zur Kenntnis gebe. Für Spätgeborene: ND steht für "Neues Deutschland", das überregionale Leitmedium der Sozialistischen Einheitspartei.(Toster)
Hommage an den jungen (pffff, was sind 82 Jahre?) Frank Schöbel
1965 begann meine Musikkarriere mit ihm❤️!
Ich war in der ersten Klasse und jede/r musste dem Musiklehrer vorsingen, ob wir uns für den Chor eignen. Alle sangen Lieder aus dem Kindergarten. Ich sang "Blonder Stern" von Frankieboy. Mein Musiklehrer erstarrte, fasste mich ernst ins Auge und befahl, mit ihm in der Pause ins Lehrerzimmer zu gehen!
Ich dachte, mein letztes Stündlein hätte geschlagen und machte mir fast in die Hose. Frank Schöbel war ein DDR-Sänger, was hatte ich nur falsch gemacht?
Im Lehrerzimmer sagte der Musiklehrer (ein strenger Mann, der mit seinem Chor seit Jahren sämtliche Wettbewerbe gewann, aber auch später so manche Musikstunde so gestaltete, dass er das ND aufschlug, der Klasse befahl, eine Stunde ruhig zu sein, er habe Kopfschmerzen (Ottokar Domma lässt grüßen)– Kollegen, bitte um Aufmerksamkeit, dieser junge Mann hier singt ihnen jetzt etwas vor! Und ich sang "Blonder Stern". Alle klatschten begeistert, einige junge Damen drängten nach vorne und herzten mich. Dass ich in dieser Sekunde für die Klassik verloren und dem Rock'n Roll verfallen war, war mir damals noch nicht bewusst.
In der selben Woche rief der Musiklehrer meine Mutter (eine damals 25jährige Lehrerin in einer anderen Schule, die einen Heidenrespekt vor dem berühmten älteren Kollegen hatte) in ihrer Schule - wie Toster schon bemerkte, wir hatten ja nüscht, schon gar keine Telefone zu Hause - an und befahl ihr, mich schleunigst an der kürzlich gegründeten Volksmusikschule anzumelden.
Dort begann ich mit Blockflöte, später Klarinette, Gehörbildung, Notenlehre, der ganze Summs.
So ist alles gekommen.
Danke, hochverehrter, großartiger Frank Schöbel!!!
P.S.: Und Danke Herr Eschrich, mein geliebter Chorleiter!!!